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Heraldik
Das Wort Heraldik (Wappenkunde) leitet sich von dem Begriff des Herolds ab Dieser war mit den Symbolen und Begriffen  der Geschlechter bekannt. Heute wird unter Heraldik die Lehre von den Regeln der Wappenführung und des Wappenwesens verstanden. Ebenso ist der  Begriff Wappen gleichbedeutend mit Waffen. (mittelalterliche Abwehrwaffen.)
                                                                

                                                       
   



Codex Manesse: Walther von Klingen

Wappenaufbau
Wappenaufbau


Ein Wappen besteht aus dem Schild und dem  Oberwappen.(Helm, Helmdecke und Helmzier.)Hauptbestandteil eines Wappens ist das Schild, hier kann man erkennen, mit wem man es zu tun hat, bzw. wie die Stellung des Trägers ist. Die anderen Wappenteile wie Helm, Decken und Zier sind nach- geordnet.

Schild und Schildformen
Clipeus oder Scutum, so nannte man die Urformen des  Schildes; Rundschild oder Rechteckschild, sie sind jedoch vorheraldisch. Im 11.Jahrhundert entwickelte sich der mandelförmige Schild, Normannenschild genannt, als Anpassung an den Reiterkampf,  da er auf dem Teppich von Bayeux zu sehen ist.
Die Schilde wurden dann  im 13.Jahrhunder immer kleiner, die Spitze des Schildes verkürzte sich beträchtlich und die Seiten bekamen eine starke Biegung, das hing mit der Panzerung der Reiter zusammen. (Kniepanzerung)
Im 14.Jahrhundert  wurde als Turnierschild eine neue Form , die Tartsche, eingeführt. Entwicklungsmäßig ist sie von einer Unterart des Rechteckschildes abzuleiten. Das Rautenschild in der französischen und englischen Heraldik ist jedoch nur den Frauen vorbehalten, es wurde erfunden,da es den damaligen Herolden ungehörig erschien, dass eine Frau ein Kriegs- oder Turnierschild führt.



Helm und Helmzier
Am Anfang der Heraldik wurde nur das Schild allein heraldisch verwendet, erst im 13.Jahrhundert tritt der Helm als Bestandteil des Wappens zum Schild hinzu.
Der Helm als Verteidigungswaffe hat im Laufe der Zeit eine Entwicklung vom Topfhelm 12.Jahrh.,Kübelhelm 14. Jahrh.,Stechhelm,14. u. 15. Jahrh. und Bügelhelm (Spangenhelm)15.Jahrh., durchgemacht. In der Darstellung der Helme werden diese heraldisch immer eidsenfarbeig gemahlt,jedoch auch gold- oder silberfarbig bei Fürstenwappen.
Helmzier,Crest
Die Helmzier auch Helmschmuck,Helmkleinod oder Ziemier genannt,bezeichnet man als Oberwappen.Hierzu gehört auch die Helmdecke.Mitte des 13.Jahrhunderts gehörte die Helmzier zum regelmäßigen Bestandteil eines Wappens.Helmkleinode sind wohl nur noch bei ritterlichen Turnieren getragen worden,wo jedoch vor jedem Kampf  die sogenannte Helmschau einen wichtigen Platz einnahm.War ein Wappen nicht regelgerecht oder auch sittenwidrig,durfte der Kämpfer nicht an dem Turnier teilnehmen und wurde ausgeschlossen.  

Schildinhalt/ Farben und Pelzwerk
Hauptbestandteil eines Wappens ist das Schild, es dient zur Aufnahme des   Wappenbildes. Das können sein: geometrische Teilungen, Figuren, auch beides ist möglich. Jedoch ist es hier unerlässlich Farben und Pelzwerk(Hermelin,Feh und Kürsch) zur Abgrenzung zu verwenden. Nicht zu verschweigen ist auch, dass ein Schild stilrein sein soll,d.h. man sollte einen Topfhelm nicht auf eine Tartsche setzen.
Farbänderung ist gleichbedeutend mit Wappenänderung;aus dem Wechsel der Farben bei gleichbleibender Schildteilung oder Schildfigur entsteht ein anderes Wappen.  
In der Heraldik sind folgende Farben zugelassen: rot,blau,grün,schwarz,und purpur. Die Verwendung natürlicher Farben,wie z.B. braun, kommt in der Heraldik selten vor.
Die Grundregel des Wappenwesens verlangt,daß Farbe und Metall stets abwechselnd verwendet werden.


Abschließend kann man sagen,die Wappenkunde gestaltet sich in der Regel umfangreicher,wie hier dargestellt.


Quelle zu dem Text: Wappenfibel, Handbuch der Heraldik
Herausgegeben vom „Herold", Verein für Heraldik, Genealogie
und verwandte Wissenschaften

                                                    

              Die Schwertleite




Heute war mein großer Tag. Ich sollte zu Ritter geschlagen werden. Schon mit 7 Jahren  kam ich als Edelknabe an den Hof des mit meinem Vater befreundeten Fürsten. Als ich dann mit Beginn des 14.Lebensjahres zum Knappen erhoben wurde, brachen doch recht schwere Zeiten für mich an. Ich wurde mit den ritterlichen  wie höfischen Verhaltensregeln vertraut gemacht. Der Kampf mit Lanze, Schwert, dem Dolch und auch mit den Fäusten stand auf  meinem Lehrplan.
Ja sogar die Musik und die Dichtkunst gehörten dazu.
Nun war ich 21 Jahre alt geworden und sollte in einer feierlichen Zeremonie zum Ritter geschlagen werden. Gestern noch hatte ich ein von allen Sünden reinigendes Bad genommen und die Nacht betend in der Burgkapelle verbracht; heute am morgen gebeichtet und dem heiligen Abendmahl beigewohnt. Nun  fragte mich der Priester, nachdem er mir den Segen erteilt hatte, warum ich in den Ritterstand aufgenommen werden wolle. "Wenn du Reichtum und Ehre begehrst, bist du nicht würdig"!  Ich legte meine Hand auf die Bibel und schwor meinen Pflichten als Ritter jederzeit nachzukommen. Jetzt hilft  man mir, meine Rüstung anzuziehen.
Mein Herr steht auf, tritt auf mich zu und gibt mir zwei Schläge mit dem Schwert auf die Schultern und eine auf den Hals. Seine Worte hierbei sind:" Zu Gottes und Marias Ehr, diesen Schlag und keinen mehr! Sei tapfer, ehrlich und gerecht, besser Ritter als ein Knecht."
Jetzt wird mir mein Schwert umgegürtet, mir der Helm aufgesetzt, der Schild in den Arm gegeben und die Sporen angeschnallt. Hierbei werde wieder Sinnsprüche gemacht. Zu guter letzt wird noch mein Pferd herangeführt werden.


Quelle: www.taraland.de
                                                    

   


                                          Der Rittereid
      Ich gelobe, alle Lehren der Kirche zu glauben und ihre
     Gebote zu halten
     Ich gelobe, die Kirche zu schützen.
     Ich gelobe, die Schwachen zu verteidigen.
     Ich gelobe, das Land meiner Geburt zu lieben.
     Ich gelobe, nie vor einem Feind zu fliehen.
     Ich gelobe, bis zum Tod gegen die Ungläubigen zu
     kämpfen.
     Ich gelobe, meine Pflichten dem Lehnsherrn gegenüber zu
     erfüllen,sofern sie nicht gegen Gottes Gebote sind.
     Ich gelobe, niemals zu lügen und zu meinem Wort zu  
     stehen.
     Ich gelobe, allen gegenüber freimütig und großzügig zu
     sein.
     Ich gelobe, immer für das Recht und gegen
     Ungerechtigkeit und Böses zu kämpfen.


Quelle:www.taraland.de



 
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